Braun und Schwarzgurte trainieren gemeinsam in Leipzig

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Am Wochenende fand in Leipzig der jährliche Braun-Schwarzgurt-Lehrgang des statt. Sechs Karateka des Dojo Kamakura aus den Abteilungen Telgte, Einen, Handorf und Reckenfeld folgten der Einladung von S.K.I.D. Bundestrainer Akio Nagai Shihan (9. Dan) und Eugen Landgraf (7. Dan), wie auch rund  70 Karateka der Oberstufe die aus dem ganzen Bundesgebiet anreisten. Der jährliche Braun-Schwarzgurt Lehrgang bietet den Karateka der Oberstufe die Gelegenheit, ihre Kampfkunst auf hohem Niveau weiter zu verbessern. So nehmen regelmäßig auch die Karate Lehrer der verschiedenen Dojo und auch die Kämpfer aus dem Nationalkader des SKID teil.

Die Samstagseinheit begann Nagai Shihan mit Kombinationen von Faust und Fußtechniken, die  in schneller Abfolge mehrfach zu wiederholen waren. In für Nagai Shihan typischer Weise verlangte er seinen Schülern gleich zu Beginn alles ab, indem er nach zehn Durchgängen immer nochmal von vorne beginnen ließ und seine  Braun und Schwazgurtträger dabei anspornte, bei jedem Durchgang Schnelligkeit und Power weiter zu erhöhen.  So brachte er die Karateka in kürzester Zeit auf maximale Betriebstemperatur.

 

Dann wurden die geübten Techniken mit wechselnden Partnern halbfrei trainiert. Dies bedeutet, dass die Angriffstechnik zwar angesagt wird, wobei Timing und Bewegung frei sind. Hier achtete Nagai Shihan besonders auf Dynamik und die richtige Distanz zum Gegner.

Im letzten Trainingsabschnitt verlangsamten die beiden Großmeister dann das Tempo, und Eugen Landgraf Shihan erklärte Schrift für Schritt die technischen Feinheiten der Braun- und Schwarzgurt Kata Bassai Dai („Die Festung stürmen“) , Enpi („Der Flug der Schwalbe“) und Kankudai („Blick zum Himmel richten“). Hier wurde gezeigt, wie durch Feinheiten in der Ausführung jeder einzelnen Technik die japanische Kampfkunst  ihre unglaubliche Wirkung entfaltet. Der Karateka erreicht dies nur durch ständiges üben. Nach rund drei Stunden wurde die Einheit beendet und man traf sich am Sonntag morgen wieder, wobei Nagai Shihan verschiedene Kombinationen mit schnellen Richtungswechseln üben ließ, und durch viele Wiederholungen und Steigerungen einiges an Kondition abverlangte. Dann wurde halbfrei gegen wechselnde Gegner gekämpft, und danach der Freikampf trainiert. Dies erfordert ein hohes Maß an Präzision und Kontrolle, da die Techniken insbesondere bei Angriffen zu Kopf und Hals immer ein bis zwei Zentimeter vor dem Gegner gestoppt werden müssen. Insbesondere der Freikampf kann deshalb auf dem Braun-Schwarzgurt-Lehrgang besonders gut trainiert werden.

Abgeschlossen wurde der Sonntag mit der Abfolge aller Prüfungskata bis zum Schwarzgurt. Anders als beim Freikampf kommt es bei den Kata auf die exakte Ausführung der Techniken, sowie Ausdruck, Rhythmus, Atmung an. Auch vermeintlich niedrige Kata der Unterstufe müssen von den Braun und Schwarzgurten beherrscht und immer weiter verbessert werden. Erschöpft und zufrieden fuhren die Karateka von Kamakura am Sonntag zurück nach Hause. Das Dojo Kamakura unter Leitung von Markus Boy Sensei (4. Dan) freut sich über interessierte Kinder (ab ca 10 Jahren) und Erwachsene, die an einem Probetraining teilnehmen möchten.